Kategorie: Jugend

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Zeit für eine Revolution!

Zum elften Mal jährte sich am Wochenende vom 11.02 bis 12.02 das Karl-Marx-Seminar. Organisiert wurde die Veranstaltung in Bregenz (Bodensee) von revolutionären Marxist*innen aus dem deutschsprachigen Raum und insbesondere der Sozialistischen Jugend Vorarlberg. Insgesamt haben etwa 140 Personen an den Veranstaltungen des Seminars teilgenommen.


Unter dem Motto „Time for Revolution!“ versammelten sich die Genoss*innen, um aktuelle Themen wie die sozialistischen Perspektiven in Europa und auch geschichtliche oder theoretische Eckpunkte wie Marx' Kapital zu erarbeiten und diskutieren. Der Kern des Seminars waren die vielen unterschiedlichen Workshops zu Themen wie „Marxismus und Religion“, „Einführung in marxistische Ökonomie“, die Russische Revolution 1917 oder zu den Februarkämpfen österreichischer Antifaschist*innen 1934. Als roter Faden zog sich die Kritik an den herrschenden Zuständen des Kapitalismus durch die Referate. Gerade in Zeiten von Brexit, Trump und dem Aufkommen nationalistischer und faschistischer Kräfte in der „westlichen Welt“ ist ein klar formuliertes, revolutionäres Programm unabdingbar. Der Büchertisch am Eingang tat ergänzend sein Übriges: Revolutionäre Literatur von Lenin über Kautsky („Der Ursprung des Christentums“) und Trotzki, wie auch propagandistisches Material der italienischen und deutschsprachigen Genoss*innen luden zum Schmökern ein.

Eines der „Highlights“ war der Beitrag von John Peterson. Der Herausgeber von Socialist Appeal in den USA und Mitglied der dortigen Sektion der IMT wurde dieses Jahr als Gast und Referent geladen. Die Wahl Donald Trumps zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten provozierte Bewegungen und Proteste, bestehend aus proletarischen und demokratischen Demonstrat*innen, die eine klare Kritik an den derzeitigen Zuständen äußern. So der Women‘s March und auch die BlackLiveMatters-Bewegung. Bernie Sanders, Vertreter eines „Sozialismus“ skandinavischen Modells, brachte es zustande, eine junge Massenbewegung anzuziehen, die sich bewusst als „sozialistisch“ verstand. Der Sozialismus als totgeglaubtes Moment wurde spätestens durch diesen Wahlkampf zur möglichen Alternative zum verrotteten Kapitalismus. John Peterson, der sein Referat über die Ära Trump und aktuelle Situation in den USA mit den Worten „Donald Trump is a moron!“ begann, berichtete verständlich und mit messerscharfer marxistischer Dialektik, was es bedeutet, Donald Trump als US-Präsidenten zu haben.

Nach dem Referat wurden Fragen gesammelt, auf die John erneut einging. Mehrmals stellte er klar, dass eine revolutionäre Partei mit fester Verankerung in den (proletarischen) Massen unabdingbar ist. Er betonte abermals, dass stumpfer „Antiamerikanismus“ schädlich und falsch sei. Besonders da gerade in den USA der revolutionäre, rebellische Geist brodelt und eine realistische Chance auf einen grundsätzlichen Gesellschaftsumsturz besteht. Der erste Tag war für viele ein neuartiges Erlebnis, für viele auch eine Festigung des revolutionären Standpunktes.

Wie jedes Jahr fand auch dieses Mal im Rahmen des Seminars eine Demonstration statt. Mit antifaschistischen Parolen zog man durch Bregenz und gedachte der sozialistischen Opfer, die im Zuge der Februarkämpfe 1934 bei dem Versuch fielen, den Vormarsch des österreichischen Faschismus zu verhindern. Doch bei all der Diskussion, bei all der Kritik, bei all den Gesellschaftsanalysen kam auch der Spaß auch nicht zu kurz. So fand – direkt nach dem antifaschistischen Demonstrationszug in Bregenz – eine Feier statt, bei der als besondere Dreingabe Genoss*innen aus der Schweiz Lieder aus der Arbeiter*innenbewegung vortrugen.

Auch dieses Jahr war das Karl-Marx-Seminar ein großer Erfolg für die Kräfte des revolutionären Marxismus.Wir stehen an der Schwelle zu einem Zeitalter von Revolution und Konterrevolution und die Lage der Welt zeigt auch dieses Jahr glasklar die Bedeutung, die die internationale Vernetzung von Marxist*innen überall auf Welt einnimmt. Für diesen Zweck hat sich das Marx-Seminar in Bregenz mit Teilnehmenden aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, den USA, Italien und Liechtenstein wieder einmal als hervorragendes Mittel erwiesen.

Modulblock Revolution

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