Kategorie: 1918

Vor 100 Jahren: Novemberrevolution in Deutschland

In diesen Tagen jährt sich zum 100. Mal die Novemberrevolution. Deutschland stand damals fast vor dem Ende des Kapitalismus und hätte somit neben dem revolutionären Russland der Grundstein für den Aufbau einer weltweiten sozialistischen Demokratie sein können.


Landesweit bildeten sich in Deutschland Anfang November Arbeiter- und Soldatenräte und eine Eroberung der Staatsmacht durch die Arbeiterklasse war zum Greifen nahe. Doch was führte zum Scheitern der Revolution im November 1918 und was lernen wir aus der Geschichte?

Der Funke im Pulverfass

Vier Jahre lang tobte der imperialistische Erste Weltkrieg durch Europa und forderte ungeheure Menschenopfer. Dies war der Höhepunkt der tiefen Krise, in der sich der Kapitalismus befand. Mit diesem explosiven Gemisch aus Kapitalismus, Imperialismus und Militarismus machten die Menschen in jenen Jahren prägende Erfahrungen. Die noch anfängliche Kriegsbegeisterung war sehr schnell verflogen. Im Verlauf des Krieges hatte die deutsche Arbeiterklasse eine enorme Politisierung und Radikalisierung nach links durchgemacht. So war die Anzahl der Streiks, welche während des von den Gewerkschaften und Unternehmerverbänden vereinbarten „Burgfriedens“ verboten waren, von Null im August 1914 auf 773 im Jahr 1918 mit einer Beteiligung von insgesamt über einer Millionen Arbeiter angewachsen. Auch Frauen, deren Männer sich im Krieg befanden und die deswegen in die Betriebe rekrutiert wurden, hatten sich in dieser Zeit sehr stark politisiert. 1918 war es soweit: Kriegsmüde Soldaten, ausgebeutete Arbeiter und ausgehungerte Frauen und Kinder hatten endlich genug von vier Jahren imperialistischem Krieg, welcher auf dem Rücken der gesamten arbeitenden Bevölkerung Europas ausgetragen wurde. Eine revolutionäre Situation stand nun bevor. Durch die vielen Streiks, Demonstrationen und Massenkundgebungen im Jahr 1918 kam dies zum Ausdruck. Deutschland war zu einem regelrechten Pulverfass geworden. Es fehlte nur noch der Funke, der die Revolution entfachen sollte.

Dies erkannte zu jenem Zeitpunkt auch die herrschende Klasse: 1918 sah sie das Ende des Ersten Weltkrieges und die damit verbundene schwere militärischen Niederlage auf sich zukommen. Um dies zu verhindern, sollte aus Deutschland eine parlamentarische Monarchie werden und ein Waffenstillstand ausgehandelt werden. Dem Parlament sollte mehr Macht eingeräumt werden. So wurde im Herbst 1918 unter Prinz Max von Baden als neuen Reichskanzler eine Regierung mit jeweils zwei Vertretern aus SPD, katholischem Zentrum und der liberalen Fortschrittspartei gebildet, welche zusammen im Reichstag die Mehrheit besaßen. Diese „Reform von oben“ wurde eingefädelt, um eine mögliche Revolution von unten zu verhindern und um die angespannte Lage zu beruhigen.

Auf das deutsche Waffenstillstandsangebot antwortete der US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson mit der Forderung nach kompletter Entwaffnung Deutschlands und Absetzung des Kaisers. Dies wollte die Oberste Heeresleitung (OHL) jedoch nicht hinnehmen und setze den Krieg fort. Am 27. Oktober kam es zur Meuterei der Matrosen, welche sich weigerten, noch einmal in eine Schlacht gegen Großbritannien ausgelaufen. Diese Kieler Matrosen wurden dafür festgenommen und sollten vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Am 3. November kam es in Kiel zu einem Aufstand der Matrosen, um ihre Kameraden zu befreien. Diesem Aufstand schlossen sich jede Menge streikende Arbeiter und Soldaten an. Es wurden Militärkasernen und öffentliche Gebäude besetzt und es kam zur Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten als potentielle Organe der Massendemokratie. Dies war der Funke, der das Pulverfass zur Explosion brachte und die Novemberrevolution auslöste.

So hatte nun ein Jahr nach der russischen Oktoberrevolution die Revolution in Deutschland ihren Anfang genommen und riss nun weite Teile der deutschen Arbeiterklasse mit. Dem Deutschen Kaiserreich und dem imperialistischen Ersten Weltkrieg wurden nun ein revolutionäres Ende bereitet.

Die Rätebewegung in Deutschland

Die Ereignisse überschlugen sich: Binnen weniger Tage breitete sich die revolutionäre Bewegung der Arbeiter- und Soldatenräte wie ein Lauffeuer über ganz Deutschland aus. Es kam zur Gründung von solchen Organen der Massendemokratie in vielen Industriezentren und Küstenstädten und diese übernahmen faktisch dort die Macht. Die allgemein vorherrschende revolutionäre Stimmung gab der kriegsmüden Arbeiterklasse in diesen Tagen völlig neue Impulse. Kiel blieb hier bei weitem nicht isoliert. Die Revolution breitete sich über Norddeutschland aus und erreichte schließlich Süd- und Ostdeutschland. Am 5. und 6. November kam es zur Machtübernahme der Arbeiter- und Soldatenräte in Hamburg, Bremen, Lübeck und Neumünster. In Wilhelmshaven, Rendsburg, Schleswig, Cuxhaven, Brunsbüttel, Schwerin, Rostock, Oldenburg, Lüneburg und Hannover am 7. November, einen Tag später in Köln, Düsseldorf, Dresden, Leipzig, Frankfurt am Main und München. In Bayern kam es zum Fall der Monarchie und König Ludwig III. floh. Viele Fürsten und Könige in den einzelnen Ländern sollten es ihm in jenen Tagen gleichtun. In der Landeshauptstadt München proklamierte der USPD-Politiker Kurt Eisner, später Opfer des rechten Terrors, den Freistaat Bayern und wurde vom Münchener Arbeiter- und Soldatenrat zum ersten bayrischen Ministerpräsidenten einer Koalition aus USPD und MSPD gewählt.

Wenn der Kaiser nicht abdankt, dann ist die soziale Revolution unvermeidlich. Ich aber will sie nicht, ja, ich hasse sie wie Sünde“, äußerte sich der SPD-Vorsitzende Friedrich Ebert in jenen Tagen gegenüber dem Reichskanzler Prinz Max von Baden, welcher den Kaiser daraufhin zum Rücktritt drängte. Ebert und die SPD-Führung verstanden es jedoch, ihren Hass gegen die Revolution nicht offen zu zeigen, was dazu geführt hätte, dass die revolutionäre Masse der Arbeiter sie irgendwann ignoriert und beiseite geschoben hätte. Obwohl die SPD im Jahr 1914 den Krieg unterstützte, einen Burgfrieden mit der herrschenden Klasse geschlossen hatte und während des Krieges massiv gegen die eigene Parteilinke und andere kritische Stimmen vorgegangen war, war sie als traditionelle Arbeiterpartei Hauptbezugspunkt für die Arbeiterklasse in Deutschland. Der große Teil der arbeitenden Bevölkerung hatte den Verrat der SPD-Führung wenig bis gar nicht mitbekommen und sah die SPD als ihre Partei an. So konnte die SPD erheblichen Einfluss in den Arbeiter- und Soldatenräten erlangen.

Am 9. November erreichte die Revolution in Berlin ihren Höhepunkt. Daraufhin dankte Kaiser Wilhelm II. ab und floh ins Exil in die Niederlande. Prinz Max von Baden trat von seinem Amt als Reichskanzler zurück und übergab (M)SPD-Chef Friedrich Ebert die Führung.
Die SPD-Führung war jedoch weder an einem Sieg der Revolution noch an einem tatsächlichen Machtwechsel interessiert. Sie rief stattdessen zur Mäßigung auf. Ebert verstand es jedoch gut, als der „Mann aus dem Volk“ zu präsentieren, der die Sorgen des einfachen Arbeiters versteht. Dies imponierte vielen noch unerfahrenen und politisch rückständigen Teilen der Arbeiterklasse. Die SPD bildete mit der USPD, welche sich 1917 als linke Abspaltung von ihr formiert hatte, eine provisorische Regierung, den „Rat der Volksbeauftragten“, mit je drei Repräsentanten von SPD (Ebert, Scheidemann, Landsberg) und USPD (Haase, Dittmann, Barth) an der Spitze. Dies war die erste „rot-rote Regierung“ in der deutschen Geschichte überhaupt. Diese „Einheit der Arbeiterbewegung“, die die SPD beschwor, sollte bei den revolutionären Arbeitern den Schein einer sozialistischen Regierung erwecken.

Am 10. November kam es zur Wahl des Vollzugsrates der Berliner Räte, der Eberts „Rat der Volksbeauftragten“-Regierung anerkannte. Nun existierte in Deutschland eine Doppelherrschaft. Zum einen die Räte, die sich in den einzelnen Städten auf kommunale Aufgaben wie Verkehr, Versorgung und Verwaltung beschränkten und von ihren Gegnern gezielt mit praktischen Aufgaben überfordert wurden. An eine tatsächliche Macheroberung der Arbeiterklasse durch die Räte wurde zunächst nicht gedacht. Rosa Luxemburg, welche bis 1914 in der SPD für revolutionär-marxistische Positionen gekämpft hatte, brachte die Situation in Deutschland genau auf den Punkt: „Die von der Geschichte auf die Tagesordnung gestellte Frage lautet: Bürgerliche Demokratie oder sozialistische Demokratie. Denn Diktatur des Proletariats ist Demokratie in sozialistischem Sinne. Diktatur des Proletariats, das sind nicht Bomben, Putsche, Krawalle, Anarchie, wie die Agenten des kapitalistischen Profits zielbewusst fälschen, sondern das ist der Gebrauch aller politischen Machtmittel zur Verwirklichung des Sozialismus. Ohne den bewussten Willen und die bewusste Tat der Mehrheit des Proletariats kein Sozialismus. Die Würfel müssen fallen.“

Doch in Wahrheit war die SPD-Führung weder für den Sozialismus noch für einen Bruch mit den alten kaiserlichen Eliten.
Abgesehen von den sechs Mitgliedern aus SPD und USPD stützte sich die Regierung auf den intakt gebliebenen Staats- und Verwaltungsapparat des deutschen Kaiserreichs. So ging Friedrich Ebert hinter dem Rücken der USPD am 10. November ein Bündnis mit dem reaktionären General Wilhelm Groener und dem kaiserlichen Militär ein, um die Revolution blutig niederzuschlagen. Weil der Vollzugsrat aus der Sicht der SPD-Führung eine gefährliche Konkurrenz darstellte, wurde er zunehmend ausmanövriert und schachmatt gesetzt. Im Dezember wurden schließlich einige Truppen von Freikorps, versprengte und reaktionäre Teile der Armee und Keimzelle der späteren Nazi-Bewegung bildeten, nach Berlin entsandt. Es kam zu zunehmenden Zusammenstößen mit Arbeitern.

Am 15. November beschlossen Arbeitergeberverbände und Gewerkschaften ein Abkommen, das bis heute hochgepriesene Stinnes-Legien-Abkommen, welches einige wichtige Zugeständnisse von Seiten der Kapitalistenklasse wie den Acht-Stunden-Tag, eine staatliche Arbeitslosenversicherung, Festschreibung von Arbeitsbedingungen und weitere soziale Reformen vorsah. Dies war der Einstieg in die Sozialpartnerschaft in Deutschland. Doch schon 1923 und spätestens 1933 mit der Festigung der Nazi-Diktatur wurden all diese Reformen außer Kraft gesetzt.

Vom 16. bis zum 20. Dezember fand in Berlin die Reichskonferenz der Arbeiter- und Soldatenräte statt. Die Mehrheit der Delegierten waren SPD-Mitglieder. Dabei kam es zum Beschluss für eine Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung am 19. Januar 1919. Dies war die faktische Entmachtung und Selbstauflösung der Räteherrschaft. Den Bürgerlichen wurde die Macht wie auf dem silbernen Tablett übergeben. Am 29. Dezember kam es schließlich nach einigen Konflikten zum Austritt der USPD aus der Regierung. Daraufhin wurde Gustav Noske (SPD) in die Regierung als Reichswehrminister berufen, unter dessen Führung der rechte Terror der Freikorps gegen die Arbeiterklasse stattfinden sollte.

KPD-Gründung und Spartakusaufstand

Nachdem sich die reformistische (M)SPD und die am alten „Marxistischen Zentrum“ orientierte USPD sich nicht als fähig erwiesen hatten, die Revolution in Deutschland anzuführen und sie in die richtigen Bahnen zu lenken, beschloss der Spartakusbund um Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Clara Zektin die Gründung einer Kommunistischen Partei in Deutschland. An Silvester 1918 und Neujahr 1919 fand schließlich im Preußischen Landtag der Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) statt. Diese rekrutierte sich aus dem Spartakusbund und anderen linken Gruppierungen.

Anfang des Jahres 1919 existierten in Deutschland drei Arbeiterparteien. Nun bestand mit der KPD eine Partei, welche durch eine klare marxistische Perspektive die Chance hatte, die deutsche Arbeiterklasse für sich zu gewinnen. Doch der Gründungsparteitag der KPD wurde von einer ultralinken Mehrheit beherrscht. Es wurde beschlossen, dass die Partei nicht an den kommenden Parlamentswahlen teilnehmen sollte. Obwohl Rosa Luxemburg an der Verfassungsgebenden Versammlung heftig Kritik übte („Aber diese formale Gleichheit der Demokratie ist Lug und Trug, solange noch die ökonomische Machtd des Kapitals besteht.“), trat sie mit Karl Liebknecht, mit welchem sie die Führung der jungen KPD übernahm, strikt für eine Teilnahme an den Wahlen ein. Desweiteren wurde beschlossen, dass KPD-Mitglieder nicht in den „reformistischen Gewerkschaften“ arbeiten würden. Ein schwerer Fehler, da die Mitgliederzahl der sozialdemokratisch geprägten Freien Gewerkschaften innerhalb eines Jahres von 1 Millionen auf 7 Millionen wuchs und der gewerkschaftliche Organisationsgrad der Arbeiterklasse auf über 50 Prozent anstieg. Diese ultralinke Politik hatte zu Folge, dass die KPD in den nächsten anderthalb Jahren eine politische Randgruppe blieb.

Am 5. Januar kam es in Berlin, wo sich die Arbeiter besonders radikalisiert hatten, zum so genannten „Spartakusaufstand“. Ursprünglich war er als Demonstration gegen die Regierung geplant, jedoch entwickelte er sich rasch zu einem bewaffneten Arbeiteraufstand. Dem begegneten die reaktionären Freikorps, welche unter der Führung der SPD den Aufstand blutig niederschlugen. Rosa Luxemburg kritisierte damals diesen Aufstand als ein verfrühtes Abenteuer, da das Kräfteverhältnis im Reich noch nicht zu Gunsten der sehr jungen KPD stand. Am 15. Januar wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg von Freikorps-Truppen verhaftet und ermordet. Somit war die deutsche Arbeiterklasse zwei ihrer fähigsten Köpfe beraubt worden.

Der Historiker Sebastian Haffner beschrieb die Ereignisse 1918/19 in seinem Buch "Der Verrat" sehr gut mit den Worten:

"Es wurde ein »provisorischer Revolutionsausschuß« von nicht weniger als dreiundfünfzig Mann gebildet, mit Ledebour, Liebknecht und einem gewissen Paul Scholze an der Spitze; dieser Revolutionsausschuß erklärte, er habe »die Regierungsgeschäfte vorläufig übernommen«. Tatsächlich hat er weder die Regierungs- noch auch nur die Revolutionsgeschäfte je übernommen. Der Aufruf zu dem erneuten Aufmarsch am Montag war die einzige Tat, die er zustande brachte.

Dieser Aufruf wurde befolgt. Die Massen waren am Montagvormittag wieder auf den Straßen, vielleicht noch zahlreicher als am Sonntag. Kopf an Kopf standen sie wieder von der Siegesallee bis zum Alexanderplatz, bewaffnet, erwartungsvoll, tatbereit. Sie fühlten sich jetzt stark. Gestern hatten sie wie im Spiel ihre Kraft und Macht gezeigt -ganz spontan, ganz führungslos.

Jetzt glaubten sie eine Führung zu haben, jetzt erwarteten sie Entscheidung, Kampf und Sieg. Und dann geschah nichts. Die Führung ließ nichts von sich hören. Einzelne Gruppen machten sich wieder selbständig und besetzten noch ein paar öffentliche Gebäude - das Wolffsche Telegraphenbüro, die Reichsdruckerei. Den entscheidenden Sturm auf die Regierungsgebäude wollte offenbar ohne Befehl niemand wagen; und Befehle kamen nicht. Auch standen vor der Reichskanzlei einige tausend Regierungsanhänger, ebenfalls bewaffnete Zivilisten, die die SPD am Morgen zusammengetrommelt hatte.

Die Stunden vergingen. Der Tag, der mit schönem Wintersonnenschein begonnen hatte, nebelte sich ein, es wurde unangenehm naßkalt und dann langsam dunkel. Und es kam kein Befehl. Die mitgebrachten Stullen waren aufgegessen, und der Hunger meldete sich wieder, der ewige Hunger dieses Revolutionswinters.

(...) Was war geschehen? Vor allem dies: (...) Die Truppen schwankten, diskutierten, wußten nicht recht, was gespielt wurde; wie immer schon, waren sie zugleich für Revolution und für Ruhe und Ordnung. Jedenfalls hatten sie keine Lust, ihre Köpfe hinzuhalten. Selbst die Volksmarinedivision erklärte sich »neutral«. Am Vormittag war der dreiundfünfzigköpfige Revolutionsausschuß hoffnungsvoll aus dem Polizeipräsidium in das Hauptquartier der Matrosen, den Marstall, umgezogen. Am Nachmittag war er wieder hinauskomplimentiert worden. Darüber war der Tag vergangen."

Am 19. Januar fand schließlich die Wahl zur Nationalversammlung statt. Diese Wahl konnte die SPD mit Abstand mit einem Ergebnis von knapp 38 Prozent klar gewinnen. Sowohl in der Arbeiterklasse als auch bei der Landbevölkerung konnte die SPD an Stimmen zulegen. Im Vergleich zu heute war das ein Traumergebnis für die SPD. Die USPD konnte bei der Wahl ein Ergebnis von 7,6 Prozent erreichen
und sich in ihren Hochburgen festigen. Insgesamt konnten die Arbeiterparteien 45 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Dies war ein Ausdruck, wie stark das politische Pendel in Deutschland in jenen Jahren nach links schlug.

Die SPD bildete anschließend eine Regierung mit den bürgerlichen Parteien, der Zentrumspartei und der neugegründeten liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP), auch „Weimarer Koalition“ genannt. Daraufhin wurde eine bürgerlich-demokratische Verfassung ausgearbeitet. Dies war die Geburtsstunde der „Weimarer Republik“.

Das ganze Jahr 1919 war geprägt von Angriffen und Feldzügen der Freikorps gegen Streiks, Demonstrationen und Arbeiterräte und rechtem Terror gegen linke Politiker. Obwohl die Revolution in Deutschland vorerst niedergeschlagen zu sein schein, verlor die Arbeiterklasse bei weitem nicht ihren revolutionären Elan und der Verrat der SPD-Führung war prägend für die deutsche Arbeiterbewegung. In den darauf folgenden Jahren bis 1923 Jahren sollten sich weitere revolutionäre Situationen in Deutschland ereignen, in welchen die Arbeiterklasse in der Lage gewesen wäre die Macht zu erobern.

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