Kategorie: Kapital und Arbeit

Warnstreiks bei der Deutschen Post DHL

Es ist die zweite Warnstreikwelle, zu der die Gewerkschaft ver.di Mitte April aufruft, um den Protest gegen die Neugründung von 49 Tochtergesellschaften der DHL zu bestärken. Mit der Gründung von DHL Delivery GmbH bricht die Post den Vertrag gegen Fremdvergabe, ausdrücklich auch an Tochtergesellschaften, der auf 31.12.2015 befristet ist.


 

Gegen diesen Vertragsbruch hat ver.di Klage eingereicht. Für die Zusage, nicht mehr als 990 Bezirke auszulagern, verzichteten die Beschäftigten auf freie Tage und bekamen eine schlechtere Pausenregelung. Zudem läuft ebenfalls am 31.12.2015 der Betriebskündigungsschutz-Vertrag aus, der betriebsbedingte Beendigungs- und Änderungskündigungen ausschließt. Im August letzten Jahres beklagte ver.di den neuen Rekordstand von 21.000 befristet Beschäftigten in der Sparte Brief, das sind 17% der Belegschaft. Die Deutsche Post AG hat ihren Investoren zugesagt, bis 2020 den Gewinn auf 5 Mrd. Euro zu verdoppeln. In der DHL Delivery GmbH müssen die Beschäftigten dieselbe Arbeit für weniger Geld verrichten. Schon bei DHL sind die Bedingungen sehr hart. Nicht nur, dass die Bezirke für Briefträger immer größer werden, da das Vorsortieren der Briefe automatisch geschieht. Die Post verlangt auch subversiv, dass Überstunden unbezahlt gemacht werden. Dafür gibt es den Rahmendienstplan.

 

Wer in der „Ist-Zeit“, d.h. mit vergüteten Überstunden, arbeiten möchte, muss einen Antrag dazu stellen. Wegen der vermehrten Kontrollen und Warnungen verzichten viele darauf. „Die Solidarität untereinander war früher viel größer, die Postler haben zusammen gehalten,“ ist die Aussage von Streikposten in Speyer. Heute versucht der Konzern, seine Beschäftigten auseinanderzudividieren: der/die macht immer viele Benachrichtigungen, der/die kommt spät zurück, der/die  bringt immer viele Pakete zurück. So kann es passieren, dass an einem freien Tag ein Springer den Bezirk fährt und am nächsten Tag damit prahlt, früher fertig geworden zu sein.

 

Das Teile und Herrsche-Prinzip macht sich auch an den vielen einzelnen Bezirken fest. Das führt in Speyer z.B. dazu, dass die KollegInnen der Niederlassung Brief Mannheim streiken und die Zusteller des Paketzentrums Speyer den Streikposten passieren und arbeiten müssen. Mancher hält auch kurz an und fragt nach, wann er denn jetzt auch endlich streiken darf. Zur Nachtschicht kamen Busse, die LeiharbeiterInnen zur Arbeit fuhren. So hatten die Zusteller leider doch noch genügend Pakete zum Ausfahren. Bleiben ein paar Fragen: 1. Woher wusste die Post, dass heute Nacht hier gestreikt wird? Und 2. Wann ruft ver.di  alle KollegInnen gleichzeitig zum Streik?

 

Siehe auch: 20 Jahre Post-Privatisierung: Megadeal und Rosinenpickerei

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